Gib dein aktuelles und neues Bruttogehalt ein — der Rechner zeigt sofort, wie viel mehr Netto du monatlich und jährlich bekommst und wie viel davon in Steuern und Sozialabgaben fließt.
Das deutsche Steuersystem ist progressiv — das bedeutet, auf jeden zusätzlich verdienten Euro wird ein höherer Steuersatz angewendet. Wer brutto mehr verdient, zahlt nicht nur mehr Steuer insgesamt, sondern auch einen höheren Satz auf den Mehrverdienst. Dieser Grenzsteuersatz kann bei mittleren Einkommen bereits 30–35 % betragen.
Hinzu kommen Sozialversicherungsbeiträge von rund 20 % des Bruttoeinkommens (Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung — jeweils hälftig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber). Bis zur Beitragsbemessungsgrenze steigen diese proportional mit dem Gehalt an.
In der Summe bedeutet das: Bei einem mittleren Einkommen in Steuerklasse I kommen von einer Gehaltserhöhung typisch 50–58 % als Netto an. Das ist keine Fehlfunktion des Systems — es ist Absicht, da höhere Einkommen proportional mehr zur Gemeinschaft beitragen sollen.
Ein verbreiteter Mythos ist, dass eine Gehaltserhöhung durch höhere Steuern zu weniger Netto führen kann. Das ist in Deutschland falsch. Zwar steigt der Steuersatz auf den Mehrverdienst, aber niemals so stark, dass das Nettoeinkommen sinkt. Jeder zusätzliche Brutto-Euro erhöht das Netto — wenn auch weniger als 1:1.
Ausnahme: Steuerklasse V-Arbeitnehmer können durch eine Gehaltserhöhung in seltenen Fällen kurzfristig weniger Netto-Auszahlung erhalten, wenn ein höherer Progessionsvorbehalt greift — aber im Jahresausgleich (Steuererklärung) wird das korrigiert.
Brutto verhandeln, nicht netto: In Deutschland wird immer das Bruttogehalt vereinbart. Nettoforderungen sind im Arbeitsrecht unüblich und für Arbeitgeber schwer kalkulierbar.
Marktdaten nutzen: Gehaltsreporte von Stepstone, Glassdoor, Gehalt.de oder dem Statistischen Bundesamt geben Orientierung. Branchenspezifische Tarife (TVöD, IG Metall etc.) setzen den Rahmen.
Alternativen zur Gehaltserhöhung: Steuerfreie oder steuerbegünstigte Zusatzleistungen können effizienter sein als eine Bruttoerhöhung — z.B. Sachbezüge (bis € 50/Monat steuerfrei), betriebliche Altersvorsorge, Jobticket oder Homeoffice-Ausstattung.
Timing: Das Jahresgespräch ist der übliche Rahmen. Nach einem nachweisbaren Projekterfolg, beim Antritt neuer Aufgaben oder nach 12–18 Monaten ohne Anpassung ist die Verhandlungsposition am stärksten.